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Preisträger

Preisverleihungen 2008 - Würdigung der Preisträger


Retinitis-Pigmentosa-Preis
gestiftet von Pro Retina Deutschland e.V. und der RP-Vereinigung Schweiz
märker
Preisträger:
Dr. rer. nat. Tina Märker/Mainz

Kuratorium:
Der Wissenschaftlich-Medizinische Beirat der Pro Retina Deutschland e.V. und der Retina Suisse bestehend aus:
Prof. A. Gal/Hamburg
Prof. H. Gerding/Schweiz
PD A. Grimm/Zürich
Prof. F. Holz/Bonn
Prof. U. Kellner/Bonn
Prof. H. Krastel/Heidelberg
Prof. B. Lorenz/Regensburg
Prof. R. Paulsen/Karlsruhe
Prof. K. Rüther/Berlin
Prof. Dr. O. Strauss/Hamburg
Prof. B. Weber/Regensburg
Prof. E. Zrenner/Tübingen (Vorsitzender)

Laudatio
Prof. E. Zrenner, Vorsitzender des Wissenschaftlich-Medizinischen Beirates der
Pro Retina Deutschland e.V.

Der Wissenschaftlich-Medizinische Beirat der Pro Retina Deutschland e.V. und der Retina Suisse hat Frau Dr. rer. nat. Tina Merker den Retinitis pigmentosa Forschungspreis 2008
zur Verhütung von Blindheit zuerkannt für die Arbeit

A novel Usher protein network at the periciliary reloading point between molecular transport machineries in vertebrate photoreceptor cells:
Tina Merker, Erwin van Wijk, Nora Overlack, Ferry F. J. Kersten, JoAnn McGee, Tobias Goldmann, Elisabeth Sehn, Ronald Roepman, Edward J. Wash, Hannie Kremer and Uwe Wolfrum, Human Molecul Genetics, 17:71-86, 2008

Die von Frau Merker als Erstautorin publizierte Arbeit beschäftigt sich mit dem Usher-Syndrom als der häufigsten Ursache für kombinierte Taubheit und Blindheit. Trotz ähnlicher Phänotypen werden diese Krankheiten durch Störungen in verschiedenen Proteinklassen ausgelöst. Frau Merker und ihre Koautoren haben das Protein-Netzwerk untersucht, das von den Faltungsproteinen SANS (Usher 1G) und Whirlin (Usher2D) kontrolliert wird. Die Autoren konnten zeigen, dass alle Netzwerkkomponenten im Cilium vom Photorezeptoren und am benachbarten Hals des Innensegments kolokalisiert sind und dass Whirlin und SANS in diesem Komplex direkt interagieren. Somit ist eine Verbindung zum Transportmechanismus in den Mikrotubuli für SANS geklärt, während Whirlin eher eine Ankerfunktion hat, die genau beschrieben werden konnte. Damit wurde für die am Usher-Syndrom beteiligten Proteine eine wichtige Funktion für das Andocken und die Fusion von Transportvesikeln gezeigt.

 
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Zur Person der Preisträgerin:

Frau Dr. Tina Merker hat von 1997 – 2003 Biologie an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz studiert und von 2003 – 2007 bei Herrn Prof. Dr. Uwe Wolfrum am dortigen Institut für Zoologie über die SANS-Proteinnetzwerke bei Usher promoviert; sie arbeitet dort jetzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Ihr Publikationsverzeichnis weist elf Publikationen auf, darunter auch Arbeiten im Nature Genetics, Vision Research und anderen hochrangigen Zeitschriften. Diese Arbeiten weisen Frau Merker als vielversprechende junge Wissenschaftlerin aus, die mit außergewöhnlichem Engagement wichtige Forschungsergebnisse im Bereich der erblichen Netzhautdegenerationen vorweisen kann.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft und die Pro Retina Deutschland e.V. wünschen Frau Dr. rer. nat. Tina Merker bei ihrer Arbeit an der Universität in Mainz eine sehr erfolgreiche weitere Tätigkeit und gratulieren ihr herzlich zu dieser Ehrung, die mit einer Barsumme von 2.000 €, sowie der Finanzierung eines Kongressaufenthaltes in Übersee (im Wert von weiteren 1.500 €) verbunden ist.


Grußwort
Kurt Schorn/Franz Badura, Pro Retina Deutschland e.V.

Die Pro Retina Deutschland e. V. ist die Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Netzhautdegenerationen. Die 1977 als Deutsche Retinitis Pigmentosa Vereinigung gegründete Organisation vertritt heute die Interessen von mehr als 6.200 sehbehinderten Menschen, die an Netzhautdegenerationen wie Retinitis Pigmentosa, Altersabhängige Makuladegeneration, Usher-Syndrom oder anderen sehr seltenen Netzhautdystrophien erkrankt sind.

Da die genannten Netzhauterkrankungen bisher nicht therapierbar sind, hat sich die Pro Retina Deutschland aktive Forschungsförderung zum Ziel gesetzt. Eine unserer Forschungsfördermaßnahmen ist die jährliche Vergabe eines Retinitis-Pigmentosa Förderpreises an junge Nachwuchswissenschaftler, die auf dem Gebiet der RP-Forschung Hervorragendes geleistet haben. So vergibt die Pro Retina Deutschland gemeinsam mit der Retina Swiss seit 1985, also dieses Jahr zum 22. Mal diesen Förderpreis.

Der Förderpreis ist mit einer Barsumme von 2.000 € und der Übernahme der Reisekosten zur ARVO bis zu einer Höhe von 1.500 € dotiert.

Mit der Vergabe des RP-Forschungsförderpreises verbinden wir die Hoffnung, dass junge von uns geehrte Wissenschaftler ihrem Forschungsgebiet auch nach ihrer beruflichen Etablierung treu bleiben und mit dazu beitragen, dass eines Tages niemand mehr an Netzhautdegenerationen erblinden muss. Wir gratulieren Frau Dr. Märker recht herzlich zum diesjährigen RP-Forschungspreis.